MISEREOR

Am 26. Juni 2012 gab der Pfarrgemeinderat von St. Ewaldi grünes Licht für ein neues Partnerschaftsprojekt in Zusammenarbeit mit MISEREOR.

mehr: https://www.misereor.de/spenden/spendenprojekte/burkina-faso-gemeinsam-gegen-die-wueste/?sword_list[]=Dori&no_cache=1

 

Partner ist die „Geschwisterliche Vereinigung der Gläubigen von Dori“ (UFC) - ein Zusammenschluss von Christen und Muslimen in Burkina Faso/Afrika.

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„Geschwisterliche Vereinigung der Gläubigen von Dori“ (UFC)

Schon 1969 haben sich Muslime und Christen in der Region Dori zusammengeschlossen, um gemeinsam nach Möglichkeiten zu suchen, dem erschreckend schnellen Vordringen der Wüste in diesem Sahelgebiet sowie der zunehmenden Wasser- und Nahrungsmittelknappheit entgegenzuwirken. Sie hatten erkannt, dass eine dauerhafte Abhängigkeit von ausländischen Getreidelieferungen ihre Würde zerstört. Dem wollten sie eine aktive Gestaltung ihrer Lebensbedingungen entgegensetzen.

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Ihr Ziel:

Zurückeroberung der Wüste


durch ländliche Entwicklung im Sahel


von Burkina Faso

Wueste

Christen und Muslime: Gemeinsam die Schöpfung bewahren.

 Christen und Muslime, vereint in der UFC, setzen sich in Dori – einem Gebiet von der Größe Hessens mit etwa 700 000 Einwohnern – gemeinsam dafür ein, die weitere Zerstörung ihrer Heimat zu verhindern und ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Sie gründeten die „Union Fraternelle des Croyants de Dori“ (UFC) ( die „Geschwisterliche Vereinigung der Gläubigen von Dori“, aus der Erfahrung heraus, dass nur in gemeinsamer Anstrengung der Kampf gegen Dürre und Hunger gewonnen werden kann. Um die Wüste aufzuhalten, braucht es umfassende Maßnahmen, die erst zum Erfolg führen, wenn sie ineinander greifen.

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Mit Bouli und Gießkanne

Im Mittelpunkt der Arbeit des UFC Dori steht der Bau von „boulis“, großen Wasserspeichern, die nach dem Vorbild traditioneller Regenwasserlöcher entwickelt sind. Die Speicher können ca. 20.000 bis 24.000 Kubikmeter Regenwasser fassen.

„Boulis“ sind kreisrunde Regenrückhaltebecken mit einem Durchmesser von ca. 70 Metern und einer Tiefe von 8-9 Metern. In natürlichen und künstlich angelegten Zuläufen sammelt sich das Regenwasser in der Regenzeit und füllt den „bouli“ allmählich bis zum Rand auf.

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Die Wassermengen reichen aus, um in einem Umkreis von 100 Metern ab dem Ufer des „boulis“ Obst- und Gemüsefelder an zulegen. Diese werden dann mit der Gießkanne in den fünf Monaten der Trockenzeit bewässert. In der Regenzeit wird das Grundnahrungsmittel Hirse angebaut.

Gebaut werden die „boulis“ mit schwerem Gerät von einem Bau-Team des UFC. Die Pflege und Wartung des „boulis“ obliegt der jeweiligen Dorfgemeinschaft. Bis zu sieben Jahre nach Fertigstellung des „boulis“ wird die genossenschaftlich organisierten Familien von der UFC bei der Wartung und beim Feldanbau intensiv begleitet.

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Wasser - Grundlage für eine gesunde Ernährung

Die Ernährungsgrundlage der Familien wird durch die Bewirtschaftung der „boulis“ gesichert und gleichzeitig können Ost- und Gemüseüberschüsse gemeinsam auf den lokalen Märkten verkauft werden. Das bringt kleine zusätzliche Einkommen in die Familien.

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Sauberes Trinkwasser durch Brunnenbau

Neben dem Mangel an ausreichender und gesunder Ernährung fehlt es in der Region Dori an vielen Stellen an sauberem Trinkwasser.

Für die Verbesserung der Trinkwasserversorgung werden deshalb Schachtbrunnen gegraben oder bestehende saniert.

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„Bouli“  -  Sache einer ganzen Dorfgemeinschaft

Am Brunnenbau sowie an der Durchführung von Bodenschutzmaßnahmen beteiligt sich die Bevölkerung sowohl finanziell als auch durch unentgeltliche Dienste. Außerdem tragen die örtlichen Dorfkomitees Kosten und Verantwortung für die Pflege und den Unterhalt der „boulis“, Brunnen und Anlagen.

Weitere Regenrückhaltebecken (bouli) zur Bewässerung von Obst- und Gemüsefeldern sowie der Bau von ca. 30 Trinkwasserbrunnen sind für die nähere Zukunft geplant. Eingebettet in diese Baumaßnahmen sind Maßnahmen gegen die fortschreitende Erosion durch Wind und Starkregen. Dazu gehört z.B. die Wiederaufforstung mit Nutzhölzern und Obstbäumen, um die Fähigkeit der Wasserspeicherung zu erhöhen, das Anlegen von Erdwällen oder das Anpflanzen von Hecken.

Ein „Kampf an vielen Fronten“, der nur gewonnen werden kann, wenn die Menschen vor Ort in alle Aktivitäten fest eingebunden werden. Und vor allem bedarf es bei allen Beteiligten einen langen Atem, denn eine Fülle von neuen Lernprozessen ist nötig, um sich den Herausforderungen zu stellen.

Doch nur so kann den bedrohlichen Folgen des Klimawandels getrotzt und die Landflucht ins städtische Elend gestoppt werden.

(Quelle für Textinfos und Bilder: MISEREOR)

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Zusätzliche Informationen